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Novellen und Schilderungen / von Ludwig Steub
Entstehung
[Giessen] [2026]
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Weihern, der war auch bei Gericht, dem haben wir aufge⸗ geben, daß er der Burgel ſagt, wo ich hingegangen bin und haben's ihm recht eingebunden, daß ers nicht vergißt, wie's ihm ſo oft paſſirt, und ſo fahren wir nach Feldwies und blei⸗ ben über Nacht und da hab' ich mich gefreut, wie der ordent⸗ liche Menſch ſeinen Hof ſo ſchön eingerichtet hat, mit ſeiner jungen Frau, ſchier gerad wie bei uns, nur viel vermöglicher. Und am andern Tage lauf ich in die Stadt, wie ein Wieſel und richtig, wie mirs der Schlickertoni geſagt hat, ſo finde ich das Thor beim Fiſchbrunnen und den Gang und das Zimmer und die Nummer und geh hinein und ſag:Ich habe eine unterthänige Beſchwerde.

Steht Einer da, ein langer, weiß Gott wer' geweſen iſt, und ſchaut mich ſo an, wie man einen Bauern anſchaut. Nu, wo feilts? ſagt er,raus mit der Stimm! Da bin ich wieder herzhaft worden, weil der Herr ſo gut bayriſch ge redet hat, faſt noch beſſer, als ich ſelber und geb' ihm die Ab⸗ ſchrift. Und wie ers geleſen hat, wird er ganz zornig und ſagt:

Sakra, daß die Pfuſcher da draußen aus ihrem Holz⸗ weg nie herausfinden! Jetzt bringens da eine Polizeiſach' zwegen! Das Zeug gehört ja in einen ganz andern Mühlgang.

O Du lieber Gott im Himmel, ſag' ich,alſo iſt doch noch zu helfen!

Das wär' das Wenigſte, ſagt der Andere aber daß das keine Polizeiſach iſt, das ſieht ein Blinder. Das müſſen wir jetzt als null und nichtig aufheben und haben die Schererei umſonſt, dürfen die Akten hereinkommen laſſen und wieder