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„Die Kirche hat ſie gekauft,“ ſagt der Vikar.„Zum Chor iſt ſie gekauft.“
„Wie können Sie ſo reden,“ ſag ich,„Herr Vikari, von meiner alten Trompete in Es, da ich gar nichts davon weiß.“
Auf dies macht der Vikar ein fürnehmes Geſicht, zieht den Kopf hochmüthig in die Höhe und ſagt:
„Sie iſt gekauft!— Wir haben übrigens ſchon ausge⸗ redet, denn ich gebe mich nicht länger ab mit ſo einem niedri⸗ gen Menſchen, ſo einem gemeinen Layen, wie Du einer biſt.“
Wie er das ſagt, reißt der Seilermeiſter und ſeine ganze Familie die Augen auf und war Alles todtenſtill vor Schrecken.
Aber, lieber Laurentius, jetzt frag' ich Dich, hätteſt Du 4 vielleicht das ruhig ausgehalten? Du ſchon gar nicht, aber 1 auch mir iſt ganz elend worden vor lauter Aerger und Belei⸗ digung, denn wenn ich ſchon nur ein Dorfmaler bin, ſo halte ich doch viel darauf, daß ich auch ein Stadtmaler hätte wer⸗ den können, wäre die Armuth nicht geweſen und Familienvater werd'ich auch bald ſeyn, weil mir's meine liebe Frau, die ſich Dir noch einmal empfehlen läßt, auf Mariä Geburt beſtimmt verſprochen hat und ein redlicher Menſch bin ich obendrein. Deßwegen meine ich im Dorfe eine beſcheidene aber würdige Stellung einzunehmen, und wenn der Herr Vikar des Willens . iſt, mich an die chriſtliche Demuth zu erinnern, ſo hat er dazu
den Beichtſtuhl, allwo er hoffentlich auch zu derſelben Tugend vermahnt wird. Und wenn's das Unglück ſo gewollt hat, daß ich ein Laye worden bin, ſo bin ich doch ſo weit ſtudirt, daß die Kirche deßwegen die Prieſter höher hinauf ſtellt, damit


