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Novellen und Schilderungen / von Ludwig Steub
Entstehung
[Giessen] [2026]
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Fall geweſen, es iſt aber etwas Hartes, wenn man Sonntags in der Kirche, wo man ſich doch einfindet, um mit ſeinem lieben Herr Gott zu verkehren, auf einmal ganz unverhofft ſo von oben herab angeſprochen und abgemalt wird, gleich als hätte man ſich dem Teufel verſchworen und wäre zu nichts mehr gut, als zum abſchreckenden Beiſpiel für Andre.

Item unſere Geſchichte muß auch ein Ende haben, und der Vikari nimmt immer zu in ſeiner Herrlichkeit, bis mir der junge Wirth von Zell die Botſchaft thut, ſie hätten eine Hoch⸗ zeit, aber keine Trompeter dazu; ich möchte kommen und blaſen. Und ſo lauf ich hinunter in aller Eile zum Schullehrer und bitt ihn, er ſoll mir den Schlüſſel geben zum Inſtrumenten⸗ kaſten, welchen er aber nicht hatte. Und wenn ich ihn auch hätte, ſagt er, ſo könnte ich Dir die Trompete nicht geben, weil der Vikar jetzt das Zeug vom Chor zu Tanzmuſiken nicht mehr hergibt. Ja, ſag' ich, wenn er das nur verwehren kann? Nu, meint der Lehrer, er hat erſt geſtern geſagt, Deine Trompete ſey für die Kirche gekauft. Da wirſt Du Dich ſchwer thun.

Nun habe ich von Weitem nicht gemeint, daß da eine Bosheit dahinter iſt, ſondern nur ein Irrthum und denk mir alſo, daß man mit dem Vikar reden muß. Ich ſuche ihn auch auf und treff' ihn in der Stube beim Seilermeiſter, welcher mit ſeinem ganzen Hausweſen beim Eſſen war. So wünſche ich guten Tag und ſage:

Ich habe gehört, Hochwürden Herr Vikar, meine alte

Trompete in Es ſey gekauft. Wer hat ſie denn gekauft?