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Novellen und Schilderungen / von Ludwig Steub
Entstehung
[Giessen] [2026]
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iſt und zwar was Rechtes. Ja, von jetzt an wird der Prieſter⸗ ſtand auch in dieſem Dorf in die Höhe wachſen, wie das Senfkorn im Evangelium.

Und bald darauf reist er nach München und kommt wieder zurück und da treffe ich ihn wieder beim untern Wirth und er ſagt ganz vornehm:

Jetzt weiß ich erſt wie man thun muß! Da haben ſie mich in München bei den berühmten Männern herumgeführt und die muß man hören, wenn man wiſſen will, was der Prieſterſtand bedeutet. Für was haben wir denn die großen Päbſte, Gregori, ſagt er, glaub ich,und noch ein paar Andere, als um ihr erhabenes Beiſpiel nachzuahmen! Woher kommt ſo vieles Uebel in der Welt, als weil das Volk keinen Gehorſam mehr hat, gegen ſeinen Prieſterſtand! Es geht jetzt ein neues Reich an und eine neue Zeit. Auch wir dürfen nicht mehr Du zu einander ſagen, ſondern höchſtens ich zu Dir, aber Du nicht mehr zu mir. So iſts!

Wie ich das höre, wurde ich innerlich ganz zornig und ſagte: Für ſo vornehme Geſellſchaft bin ich nicht auferzogen und gehe wieder heim und erzähle es meiner Frau, welche jedoch darüber blos gelacht hat, mit der Behauptung:Bisher hab' ich ſogar unſern Herrgott gedutzt, lieber Hanſel, wenn ich was mit ihm zu reden gehabt; und jetzt will's gar der Vikar nimmer leiden! da werd'ich mich noch oft verfehlen! Ich glaub auch wirklich, lieber Lorenz, daß ihr das eine harte Arbeit werden möchte, denn da oben auf den Berghöfen ſind ſie

noch gar alldeutſch und auf das Ihrzen gar nicht eingeſchoſſen