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Novellen und Schilderungen / von Ludwig Steub
Entstehung
[Giessen] [2026]
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So ſchauen wir einander an, biſſel verwirrt, bis ich zuletzt ſag:So gute Weiſung habe ich nicht leicht noch ge⸗ habt und ich ſag wahrhaftig Dank dafür. Aber gehſt denn nicht ein wenig herein und thuſt ausraſten?Ach, ſagt ſie, es könnte dem Bruder nicht recht ſeyn. Jetzt mal Du nur fleißig und ich komme ſchon wieder. So lauft ſie fort über die Wieſe in den Wald hinein und den Berg hinauf. Bin doch öfter am Hof zu Lindenberg vorbeigegangen, hab nie gedacht, daß ein ſolches Mädel drinnen iſt. Aber freilich etwas weit iſt's ſchon und die Leute von den Berghöfen ge⸗ hören nach Erlbach in die Pfarrei, kommen auch ſelten herab in unſer Wirthshaus.

Ich fang alſo zu malen an und hat mich nie etwas beſſer gefreut und iſt mir auch alle Tage vorgekommen, als könnt' ichs noch beſſer als vorher. Und wie es fertig war, Du hätteſt gewiß den größten Gefallen daran gehabt, lieber Lenzel, ſchon an dem heiligen Thaddäus und an dem alten Linden⸗ berger, aber noch viel mehr, wie ich den Bruder und die Schweſter hingemalt, insbeſondere aber das Mädel mit ihrem grünen Spitzhut, und mit dem ſchwarzen Mieder und dem weißen Schürzel. Und ſelbſt das Geſicht habe ich ein wenig getroffen; es hat ausgeſehen wie eine Apfelblüthe.

Und eines Tages nicht lang darnach kommen der Bruder und die Schweſter das Bild anzuſchauen, waren voller Freude, ſo hat es ihnen getaugt. Der Bruder hat auch Alles nach einander rechtſchaffen hergelobt und hat die Kirchthürme und die ganze Gegend richtig wieder gefunden, das Mädel aber

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