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Novellen und Schilderungen / von Ludwig Steub
Place and Date of Creation
[Giessen] [2026]
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andern die heilige Eich', die Wallfahrt. Und zwiſchen das

Bauernhäuſer hinein und im Laub drinn ſieht man die Kirch⸗ thürm', den runden, das iſt der von Erlbach und den ſpitzigen,

Zgeht nach Wildenau, in einem grünen Buſch von Roſen, den haben wir ſelbſt geſetzt. Und vor dem Feldkreuz malſt eine Betbank, wo wir oft knieen, der Bruder und ich, wenn ein ſchöner Abend iſt, und beten und in's Land herunter ſchauen. Und auf die Betbask malſt uns alle zwei, wie wir unſer Gebet verrichten und dann iſt's fertig.

Auf dieſe Manier hat mir das Mädel die Beſchreibung angegeben und wer's nicht geſehen hat, der glaubt's ſein Leben

den vor lauter Eifer und hat nicht aufgeſchaut; zuletzt aber, wie ſie fertig iſt und mich anſieht, ſchrickt ſie zuſammen und wird überroth, wie wenn ſie nicht mehr wüßte, daß ihr Jemand zuhört. Mir iſt aber auch ganz anders worden bei der Ge⸗ ſchichte, und wenn ich jetzt daran denke, iſt mir oft als wenn ich Gott weiß was dafür gäbe, wenn ichs noch einmal erleben fönnte, die kurze Zeit, wo ſie mit dem Zeigefinger auf dem Simſen ihren Gedanken ſo nachgegangen iſt und ſo für ſich hingeſprochen hat, ſo ſittſam und ſo zierlich.

Hand weit voran und auf der einen Seite auf der Höhe malſt unſern Hof zu Lindenberg mit den drei Linden und auf der

Gebirg malſt eine Gegend, wo der Bach rinnt und die Erl⸗ bäum und die Buchen und die Haſelſtauden und da malſt

das iſt der von Wildenau. Und ganz vorn malſt ein Feld⸗ kreuz, ein großes, wie eines ſteht, wo man von Lindenberg

nicht, wie lieb das geweſen iſt. Und ſie iſt ganz warm wor⸗