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nichts Uebles denken, aber wenn Du's heute über Dich bringen könnteſt, mein geliebter Jugendfreund, ſo würdeſt Du mir den Abſchied ſehr erleichtern, der mir ohnedem das Herz abdrückt.“ Dabei nahm er mich bei der Hand und ich bin ganz irre ge⸗ worden und ſo ſag' ich:„Ja, wenn Du meinſt, Du biſt dem Liſerl ſo viel lieber als ich, ſo gehe ich heim und laß Dich hier in Gottesnamen.“
Derweil aber hat das Liſerl das Geſpräch gehört und wiſpert:„Wenn Ihr meint, auf Cuch allein kommts an—“ und ſchlägt das Fenſter zu und heirathet bald darauf aus Verdruß den Tannenbauernſohn von Hirſchenberg, was ich ihr nicht verwehren konnte, äber lange Zeit ſehr bedauerte. So habe ich ihm damals mein ganzes Lebensglück geopfert, aber nicht für immer, da ich daſſelbe, wie ich nicht anders ſagen kann, bei meiner gegenwärtigen Frau und Gattin, welche ſich Dir als unbekannt empfehlen läßt, doch noch richtig gefunden habe.
Jetzt fällts mir aber auf einmal ein, wie lange ich Dir ſchon nicht mehr geſchrieben haben muß, denn von meiner Hochzeit weißt Du noch gar nichts und da fang ich alſo jetzt gleich an. Das weißt Du aber ſchon, daß ich früher immer ledig war bis in's fünfundzwanzigſte Jahr meines Lebens und an einem ſchönen Sonntag gerad vor Pfingſten nach der Kirche, wie ich da ſo ſitz' und ausruh', ſchaut auf einmal zu meinem Fenſter ein fremdes Mädel herein— ſchier als wenn eine junge Roſe aus dem Garten in meine Stube wachſen wollte, ſo ſchlank und friſch, ſo weiß und roth.
„Ich bin die Bauerntochter von Lindenberg,“ ſagt ſie,


