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Novellen und Schilderungen / von Ludwig Steub
Entstehung
[Giessen] [2026]
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Vorträge vor der lauſchenden, oft hingeriſſenen Jugend wollte man nicht wiederkehren ſehen; in der Akademie dagegen, meinte man, ſey ein ſtillerer und doch nicht unangenehmer Ort für ihn. Er wurde auch wirklich Mitglied dieſer gelehrten Geſellſchaft zu München und erhielt ſogar im Jahre 1836 Erlaubniß, öffentliche Vorträge über Univerſalgeſchichte anzu⸗ kündigen, zu denen jedoch der Zutritt nur dem höhern Publikum offenſtehen, den Studenten aber ſtrenge verboten ſeyn ſollte. Statt dem höhern Publikum vorzuleſen, zog indeſſen Fallmerayer im Sommer 1836 ins ſüdliche Frankreich, von da nach Florenz und Rom. Kleinere Reiſen nach ſeiner Rückkehr wechſelten mit längeren ſeßhaften Studien ab, bis er 1840 zu München die Anſtalten zu ſeiner zweiten Fahrt in den Orient begann. Von Regensburg ſchiffte er ſofort auf der Donau ins ſchwarze Meer, von Konſtantinopel nach Trapezunt, von da wieder nach Stambul, wo er ein ganzes Jahr verlebte, wieder mit denſelben ernſten Moslem in denſelben Kaffeehäuſern türkiſch plaudernd, was er ſo zu einer von allen Rechtgläubi⸗ gen bewunderten Fertigkeit brachte. Vom Bosporus ging er nach dem heiligen Berge Athos, von da nach Griechenland. In der griechiſchen Hauptſtadt ſoll Fallmerayer wegen ſeiner eigenthümlichen Meinungen über die helleniſche Vergangen⸗ heit zwar mancherlei Gezänke und Anfechtungen beſtanden, es aber doch im Laufe mehrerer Wochen zu einigem Verſtändniſſe mit den Hellenen gebracht haben. Nach zweijähriger Wander⸗ ſchaft kehrte er im Sommer wieder glcklich nach München zurück. Von dieſer Reiſe ſtammt das Bild des immergrünen 13

Steub, Novellen.