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nie einen andern Dienſt erwies, als daß er ihm gegen Ent⸗ gelt ſein Bier zu trinken gab, welches oft ſchlecht genug war, ſo lebten in ihm doch ganz die Geſinnungen jener ergrauten, treuen Diener alter Häuſer, und er meinte ſeiner Pflicht zu fehlen, wenn er nicht Jahr aus Jahr ein an ſeinem langher⸗ gebrachten Platze ſäße. Beim Biere war er im Allgemeinen ſtille, und nur wenn Einer etwas Dummes ſagte, lachte er; dagegen miſchte er ſich gerne in das Geſpräch, wenn von Rechtsfällen die Rede war. Zuweilen auch, wenn der Gold⸗ arbeiter Fingerling und der Uhrmacher Scheurer am nächſten Tiſche über Preßfreiheit oder Oeffentlichkeit und Mündlichkeit ſich unterredeten, blickte er bedauerlich hinüber und ſagte mit Achſelzucken ungefähr:„Fatal iſt's doch, daß der Bürgerſtand gar keinen rechten Leitfaden hat. So discurrirt er oft in den Tag hinein und kommt dann leicht in Unterſuchung. Dem Beamten dagegen, wenn er denkt, was ihm vorgeſchrieben iſt, kann Niemand etwas anhaben, weder der Vorgeſetzte, noch der Mitbürger.“ Um eilf Uhr endlich ging er ruhig nach Hauſe, legte ſich zu Bette und ſchlief ununterbrochen fort bis andern Tags halb acht Uhr; denn er hatte einen ſehr ge⸗ ſunden Schlaf.
Der Vollſtändigkeit wegen müſſen wir noch berichten, daß an Sonntagen eine Ausnahme von dieſer Tagesordnung eintrat, indem er dann Morgens mit einem Gebetbuche, das er von der ſeligen Mutter ererbt hatte, in die Kirche ging, nach Tiſche aber, ſtatt einmal, zweimal um die Stadt luſt⸗ wandelte, Nachmittags endlich, ſtatt in die Kanzlei, ſich in


