Print 
Novellen und Schilderungen / von Ludwig Steub
Place and Date of Creation
[Giessen] [2026]
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

Gedanken, es ſey gut, daß er jetzt einmal erfahren habe, wie wenig er dazu geſchaffen, auch ſey dieſer Tand nur geeignet, Geld und Zeit aufzufreſſen, wovon er weder das Eine noch das Andere im Ueberfluß beſitze.

Andern Tags kam er zur Baſe wieder in ſeiner gewöhn⸗ lichen Ruhe, und ſagte in Bezug auf den geſtrigen Auftritt lediglich:

Baſe, jetzt hab' ich ausgetobt; aber verſuchen hab' ich's müſſen.

Die Baſe lächelte und meinte, er hätte früher dazu thun ſollen. Er aber ſchüttelte den Kopf und ſagte:

Solche Sachen taugen nicht für den Geſchäftsmann.

Mit dieſem Tage war Herrn Schimmelhauſers Flegel⸗ jahr zu Ende, und von jetzt an floß ſein Leben wieder, wie es vorher gethan, leiſen Zuges dahin, ohne Unfall und Miß⸗ geſchick; nur wurde es jetzt, wenn möglich, noch abgemeſſener, als ehedem, und was früher noch etwa der Willkür und einem augenblicklichen Einfall preisgegeben war, das zog er nun gleichmäßig in feſte Regeln. So finden wir uns denn auch im Stande, bei dieſer Epoche angekommen, ein genaues Bild ſeiner Tagesordnung zu geben, und wir wrllen uns dieſes Vergnügen, in Anbetracht ihrer Wichtigkeit für unſere Erzäh⸗ lung, denn auch nicht verſagen.

Herr Schimmelhauſer alſo verließ tagtäglich ſein Lager um halb acht Uhr; er war kein Freund der Morgenröthe, be⸗ hauptend, wenn man überhaupt auf derlei Dinge Werth legen wolle, ſo thue die Abendröthe die nämlichen Dienſte, 2 36