tanzen. Die junge Verwandte gab ſich willig dazu her, und ſie legten ohne ſichtlichen Unfall einen vollen Walzer zurück. Aber als er nun ſeinen Tanzſechſer bezahlen wollte und der ſchnurrige Muſikant dieſen anzunehmen ſich weigerte, weil er doch keinen Takt gehalten habe, freute ſich zwar Herr Schimmel⸗ hauſer über dieſe Uneigennützigkeit, tanzte jedoch an dieſem Abende nicht mehr. Zur Baſe ſagte er:„Ich hab's nur probiren wollen,“ und ſie ließ ſich's gefallen; beim Nachhauſe⸗ gehen aber ſchloſſen ſich der Muhme und ihrer Begleiterin noch mehrere junge Mädchen an, welche ein beſtändiges Flüſtern und Kichern unterhielten, das ihn Anfangs allerdings gar nicht beläſtigte, weil er eben im Mondenſcheine daher⸗ wandelnd die Frage unterſuchte, ob ein Tänzer, der keinen Takt halte, auch nicht gehalten ſey, ein Honorar zu bezahlen, und ob, im Falle er eines bezahlt, ihm die Condictio indebiti zuſtehe. Als ihm aber endlich eine der muthwilligen Schönen den Rath gab, er ſolle ſich verſuchsweiſe heimgeigen laſſen, um ſein Ohr doch einmal etwas an Muſik zu gewöhnen, ſo wollte ihm dieſes faſt etwas ſpöttiſch bedünken, und da er an den Umgang mit dem andern Geſchlechte nicht gewöhnt und bei der Friedfertigkeit ſeines ſtillen Lebens überhaupt nicht ge⸗ übt war, ſich bei ſolchen Anläſſen durch eine raſche Erwiederung ſchadlos zu halten, ſo fiel ihm die Rede ſchwer auf's Herz, noch ſchwerer aber das dartuf folgende Gelächter, in welchem ſich die Mädchen gar nicht mehr mäßigen wollten. Er glaubte jetzt zu fühlen, daß es mit dieſen Künſten für ihn vorüber ſey, tröſtete ſich aber dennoch, und noch vor dem Einſchlafen mit dem
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


