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Novellen und Schilderungen / von Ludwig Steub
Entstehung
[Giessen] [2026]
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die Baſe ſo mütterlich an, daß ſie nie weniger wurde, indem ſie von Zeit zu Zeit heimlicherweiſe einem abgetragenen Stück ein neues unterſtellte. So kam es, daß Vetter Baptiſt ſogar hin und wieder in der Taſche einen überflüſſigen Thaler klappern hörte, und dieß regte ihn gewaltig auf. Er verfiel nachgerade in Dinge, die ihm früher nie in den Sinn ge⸗ kommen; es war, als wenn er jetzt noch am Rande ſeiner Blüthezeit verlorene Jugendjahre hereinholen wollte, obgleich auf der andern Seite der Gleichmuth, mit dem er ſeine dahin gerichteten Verſuche mißlingen ſah, wieder auf die Annahme führen mußte, er trachte, ſich nur einmal die Ueberzeugung zu verſchaffen, daß er kein Geſchick dazu habe, um ſich dann deſto vorwurfsloſer zur Ruhe begeben zu können. So ſah man ihn jetzt eines Nachmittags ſogar beſchäftigt, Billard zu ſpielen, was er jedoch ſogleich gutwillig wieder aufgab, nachdem er vorerſt ein Loch in's Tuch geſtoßen, deſſen Ausfüllung ſein ganzes damaliges Vermögen auffraß. Als er dieß verſchmerzt, wollte er's mit der Jagd verſuchen, ließ ſich ſofort zu einem Treibjagen einladen, that aber nur einen einzigen Schuß, und ſetzte auch dieſe Beluſtigung nicht fort, weilj ner einem Treiber durch den Hut gegangen war. Ebenſo mißlich geſtaltete ſich der Ausgang, der ihm beſtimmt war, da er zum erſten Male als Reiter auftrat. Nachdem er eines Abends ſeinen Wunſch, auch dieſe Leibesübung zu verſuchen, geäußert hatte, verſprach ihm der Gaſtgeber zum goldenen Löwen ſein ehemaliges Lieb⸗ lingspferd, ein betagtes Thier, das mit der Weisheit des Alters eine mädchenhafte Sanftmuth verband. In der That