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Novellen und Schilderungen / von Ludwig Steub
Entstehung
[Giessen] [2026]
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Rühmliches zu melden haben, übrigens aber auch demſelben nicht gerade befreundet, ſondern nur ſo weit bekannt ſind, um ſeinen Lebensgang in kurzer Entfernung betrachten zu können, ſo daß wir uns auch nicht gegen die Pietät verfehlt haben würden, wenn wir die chriſtliche Liebe des Leſers für dieſe oder jene Schwäche hätten in Anſpruch nehmen müſſen.

Herr Johann Baptiſt Schimmelhauſer wurde vor etwa dreiunddreißig Jahren in einem ſüddeutſchen Städtchen ge⸗ boren, deſſen Name hier nichts zur Sache thut. Sein Vater war ehedem ein angeſehener Bürger und Handelsmann ge⸗ weſen, allein die Kriegsläufte hatten ſeinen Wohlſtand derge⸗ ſtalt untergraben, daß er bald nach dem allgemeinen Frieden mit ſeinen Gläubigern in ſchwere Prozeſſe gerieth, welche höchſt unglücklich für ihn endigten. Er wurde von Haus und Hof vertrieben und mußte zufrieden ſeyn, in einem kleinen Gemeindeamte Schutz vor Hunger und Elend zu finden, die ihm einſt ſo entlegen geweſen waren. Herr Schimmelhauſer galt allgemein für einen verſtändigen Mann, aber das war ihm nicht aus dem Kopfe zu bringen, daß er noch auf ſeinem Hauſe ſäße, wenn der Herr Aktuar Schlingelmann, der ſein Schuldenweſen behandelt hatte, ihm gewogener geweſen, überhaupt nicht mit ſo entſetzlicher Strenge verfahren wäre; denn, meinte er, es hätte ſich ſo machen laſſen, wie ſo.

Um die Zeit, wo ſein Wohlſtand und ſeine Hausehre unterging, war Johann Baptiſt noch ein Knäblein, das in den unteren Klaſſen der deutſchen Schule leſen und ſchreiben zu lernen begann, was aber nicht verhinderte, daß ſchon jetzt