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Hieraus ergiebt ſich von ſelbſt, wie der
Chriſtuskopf die hochſte, nie völlig erreichbare
Aufgabe jeder bildenden Kunſt iſt, und weshalb keines der hundert Chriſtusbilder dem
großen Zuͤrcher Physiognomen genugen konnte.
Der Sinn der ganzen Physiognomihkt in ihrer weiteſten Ausdehnung iſt ja eben kein anderer, als die Seele im Köͤrper, oder das Leben GOttes in der Welt und im Menſchen nachzuweiſen; die⸗ ſer Sinn vollendet ſich alſo nothwendig und ſchließt ſich ganz ab in der vollkommnen Endeinung des Ewigen und Zeitlichen durch den GoOttmen⸗ ſchen. Hier iſt auf dieſer Seite der Markſtein der Physiognomik, wie der Kunſt. Ganz ab⸗ geſehen vom Lebensblick des Auges, der nirgend in der Kunſt erreichbar iſt, vermag ſich auch nur in den Geſichtszugen kein Physiognom in voller Anſchauung zu vergegenwärtigen, wie JEſus aus⸗ geſehen haben muß, weil er ſonſt ſelbſt nicht mehr Menſch bliebe. Kein Kuͤnſtler vermag je ein Chriſtusbild befriedigend zu vollenden— es bleibt nur ewige Annaͤherung des Gebets, die die Ah⸗ nung des Wahren den todten Pinſelſtrichen ein⸗
hauchen kann, aber auch weiter Nichts. All un⸗
ſere Chriſtusbilder ſind verkörperte Ge⸗ bete ihrer Mahler.— Wer Chriſto endlich gar ins Auge geſchaut hat, hat eben darin GOtt ſelber angeſchaut und iſt ſelig geweſen; und auf wen des Heilands Liebesblick fiel, ſo lange er auf Erden wandelte, der war eben dadurch zur ewi⸗ gen Seligkeit berufen, und vom heiligen Geiſte erfuͤllt. Die Berufung der heiligen Sendboten war nur ein Anſchaun derſelben.— Die Ma⸗


