Teil eines Werkes 
1. und 2. Lieferung (1819)
Entstehung
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Maſſe ehne Leben und Seele. Aber in Men⸗ ſchen, Thieren und Pflanzen leben Seelen, und durchdringen mit ihrem Leben die kleinſten Ein⸗ zelheiten der Koͤrper nach algemein durchgehenden großen Geſetzen. Der Mittelort freilich und hoͤchſte Gipfelpunkt, die volkommenſte Einheit des Innern und Aeußern fuͤr dieſe Erde iſt das menſchliche Angeſicht, und auf ihm entfal⸗ tet ſich und legt ſich dar die ganze Wiſſenſchaft von neuem im hoͤchſten Glanze. Daher eben der Irrthum, die Geſichtskunde, ſtatt zur höchſten, was ſie allerdings iſt, zur einzigen Physiogno- mik machen zu wollen. Die Seele tritt uͤberall hervor im Koͤrper, aber am klarſten und gleichſam wie aus einem ofnen Fenſter ſchaut ſie heraus in dem Geſicht; und in dieſem ſind wieder die Haupt⸗ ſache eben die wahren Stirn- und Gehirnfenſter, die Augen. Daher der Name Geſicht von den Augen aufs ganze Antlitz uͤbertragen. Das Men⸗ ſchenauge iſt die letzte und hochſte Staffel der Physiognomik, wo ſie ſich ſelbſt wieder vernich⸗ tet und aufloͤſt in reines Lebenslicht; hier iſt der Braͤnzpunkt der durch den Koͤrper heraus dringen wollenden Seele hier kann ſie nicht weiter, und bei gar vielen Augen thaͤte eben ſo wohl ein tuͤchtiger Markgraf und Graͤnzfeſte nothig, als bei der deutſchen Oſtgraͤnze. Darum eben liegt dem Liebenden das ganze Raͤthſel und Geheimniß ſei⸗ ner Liebe und Lebensverſchwiſterung in den Augen des geliebten Weſens. Das klare ſich anſchaun zweier Menſchenaugen iſt die hochſt moͤgliche Geiſtervereinigung durch die Koͤrper auf Erden, und die keuſcheſte Seelenvermählung, der E