Grade ſtets das Geſicht der uͤbrigen Koͤrperbil⸗ dung iſt. Verſuch es nur, und mahle ein Ver⸗ gißmeinnicht mit Eichenlaub, oder Jasmin mit Relkenblaͤttern, oder eine uppig bluͤhende Roſe mit Peterſilienkraut— zeige das Gemaͤhlde einem Amerikaner, der all dieſe Gewächſe gar noch, nicht kennt;— wenn er ſeinem Gefuͤhl folgt, werden ſie ihm ſo wenig gefallen, als der ſchoͤnſte Homeruskopf auf dem Rumpf eines Franzoſiſchen Ohnehoſen und er wird meinen: Was habt ihr doch für ſeltſam bizarres Zeug in Europa.— Zwar auch in dem Griechiſchen und Lateiniſchen, noch mehr aber in den Deutſchen Pflanzennamen hat ſich das unbewußte Gefuͤhl uͤber Pflanzen⸗ Physiognomik oft herrlich ausgeſprochen; Be⸗ nennungen, wie Tauſendſchon, Sonnenblume, Veil⸗ chen, Brennende Liebe, Nachtſchatten, Ehrenpreis werden ſehr falſch nur auf ganz grobe Aeußerlich⸗ keiten der Geſtalt oder Art bezogen, ja ſelbſt Eiche, Tanne, Fichte, Buche, nach ihren Ableitungen gehoren hieher. Niemand wird ſo leicht die Ge⸗ ſtalt einer ihm neuen Pflanze behalten, ohne zu⸗ gleich ein geiſtiges Bild ſeiner Einbildungskraft damit dunkel zu verbinden, und ihn wird dabei der erſte Eindruck leiten, den die Geſtalt auf ſein Gefuͤhl machte.
So geht meine Physiognomik durch die lebendige Welt hindurch, in der todten hoͤrt ſie freilich auf, und die Gattungen des Stein⸗ reichs koͤnnen keine andern Begriffe ausdruͤcken, als die Eitelkeit und Gewinnſucht der Menſchen
erſt von außen hineinlegen, an ſich ſind en⸗


