Geld, ſondern hat es nur, um es wieder aus⸗ zugeben und umlaufen zu laſſen, als ein ins unend⸗ liche weiter verpfaͤndetes Fauſtpfand. So auch die Complimente, die in luftiger Bahn als leerer Wind und Schall ihren ewigen Kreislauf durch alle Vor- und Hinterzimmer des Landes beſchreiben, ohne irgendwo feſtzuhaften. Fur Geld iſt heutiges Tages Alles feil— ſo auch für Complimente, und wer nur ſich demuͤthig buͤ⸗ cken und den Fuchsſchwanz ſtreichen kann, der wird zu Gaſte gebeten bei Hohen und Niedern.— Das ſind meine Gedanken uͤber das Gleichniß, alle weiteren andrer Forſcher nehm ich fuͤr eine zweite Auflage gegen Ehrenſold an.
g. Troſt fuͤr Anhaͤnger Fichtes.
Wenn es Augenblicke gibt, in denen ſich fuͤr den Menſchen Alles ſo auf ſein eigenes Ich beſchraͤnkt, daß er beinahe in Gefahr iſt, dem groben Idealismus und ſomit der entſetzlich⸗ ſten Ichſucht in die Arme zu fallen— ſo erin⸗ nere er ſich gewiſſer anderer Augenblicke in ſei⸗ nem Leben. Es gibt deren in der Folgenreihe unſers Geiſtes, wo wir ſelbſt, unſerm eigenen Ich entfremdet, einen namenloſen, allgewaltigen Drang nach auſſen empfinden, ein unbegreiflich Sehnen, aus uns ſelber herauszugehen und Nich⸗ tich zu werden. Es ſind Augenblicke, wo man— wie im Traum zuweilen— uͤber ſich ſelber gleichſam ſchwebt, und doch auch zugleich in und außer ſich ſelber iſt, den ſtarren Leichnam und das druͤber ſchwebende Seelenwolkchen wie von


