Teil eines Werkes 
1. und 2. Lieferung (1819)
Entstehung
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Schmeichel- und Speichelleckerei der Selbſucht gleichwie es auch ganz niedrige Scheidemuͤnze gibt von bloßem unedeln Kupfer, alſo ſind auch gewiſſe Hoͤflichkeiten in ihrer Abgetretenheit und Abgegriffenheit ganz ohne allen edleren Beiſatz. Oft ſetzt der Koͤnig plötzlich ganze Muͤnzarten herab, und ſo ſetzt, oft unbegreiflich, Gebrauch, Landsart oder Gewohnheit gewiſſe Redensarten oder Ausdrücke herab, und bringt ſie überall in Mißtrauen und Verfall. So wie nur einige Staͤdte Muͤnzgerechtigkeit haben, ſo nehmen wir auch nur von einigen Städten oder auch Laͤnbern neuausgeheckte Zieraffereien und Lebensart⸗Mum⸗ mereien an, nun muͤſſen wir arme Deutſche dann oft noch größern Schlagſchatz daran verlieren, als an den Birminghamer Groſchen. Falſch Muͤnzen ſoll verboten ſein, weil das dem Ko⸗ nig allein frei ſteht, und doch geſchiehts immer; grade ſo haben nur gewiſſe Staͤnde das Vorrecht, den Leuten ins Geſicht zu lugen, und den an⸗ dern iſt dies falſche Muͤnzen gleichſam verboten, geſchieht aber doch. Die Munze iſt der Spiel⸗ ball und Ankergrund unzaͤhliger Vorſchläge und Luftſchloſſer, bie alle drauf hinaus laufen, ihr endlich ihren wahren Werth zu geben, nie aber etwas fruchten. Eben ſo ſchreien die Weltver⸗ beſſerer uͤber Titel- und Hoflichkeitsziererei, ho⸗ rens und ſchauens aber doch gar gern, wenn ein demuͤthiger Untergebener mit einem unterthaͤni⸗ genWohlgebohrner Herr auf der Bittſchrift vorm Schreibtiſche ſteht, ſollte der Herr Welt⸗ verbeſſerer auch noch ſo uͤbel und ungeſtalt ge⸗ bohrn ein. Endlich noch behaͤlt niemand das