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Man führte ihn nach dem Gaigen den er mit heiterm Muthe beſtieg.
Als man ihm die letzte dalspinde umlegte, machte er auch noch einen letzten Scherz.
„Das war mir ſchon in meiner Kindheit pro⸗ phezeiht,“ ſagte er,„daß ich einmal Biſchof wer⸗ den würde.“
„Was meinſt Du damit?“ fragte Johann Staub.
„Seht Ihr nicht, daß ich Euch den Segen er⸗ theile mit meinen Füßen?“
Als er dieſe Worte ſagte, bewegte er ſein rech⸗ tes Bein nach der Art, wie ein Prieſter die Hand bewegt, wenn er eine chriſtliche Gemeinde ſegnet.
Dieſer Hohn war ſein letzter. Er verſchied unter Zuckungen, aber ſelbſt dieſe Zuckungen waren noch der Art, daß ſie ſeinem Antlitz einen lachenden Ausdruck verliehen.
Das war das Ende eines Menſchen, an wel⸗ chem die Natur ihre glänzendſten Gaben verſchwen⸗ det hatte, und der ſich gewiß ausgezeichnet haben würde, hätte er dieſe Gaben nicht zum Böſen an⸗
gewendet.


