73
„Zunächſt werdet Ihr mir die Bemerkung nicht übel deuten, daß ich mir überhaupt aus Königen ſehr wenig mache, am wenigſten aber aus ſolchen, welche den Namen zwar führen, aber in der That kein Königreich beſitzen. Dann aber mag es Euch zwar leicht ſein, die mir zugefügte Beleidigung zu vergeſſen, nicht aber mir. Ich werde mich ſtets erinnern, daß ich in dem Schloſſe Eueres ſoge⸗ nannten Königs faſt das Opfer eines Meuchel⸗ mords geworden wäre. Noch nie habe ich etwas verziehen, und wir können daher unſre Verhand⸗ lungen ſehr kurz abmachen. Ich habe die Prin⸗ zeſſin zur Gemahlin verlangt: bringt Ihr mir die
Einwilligung des Königs?“
„Herr Ritter,“ entgegnete Moneſtan ſchnell, um den heftigen Biſchof nicht zu Worte kommen zu laſſen,„der König ſchlägt Euch die Hand ſeiner Tochter keineswegs ab!“
Dieſe Worte des erſten Miniſters, welche in dem gewöhnlichen ſanften Tone deſſelben geſprochen waren, brachten eine Theaterwirkung hervor.
Der Venetianer reckte ſich empor und blickte


