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„Sollte er mein Geheimniß kennen?“ fragte ſie ſich.
Aber alle ſtattfindenden Umſtände, die Hinder⸗ niſſe, welche nicht fehlen konnten, die geringe Hoffnung, der Verſtoß gegen den Anſtand, wel⸗ chen ſie damit beging, daß ſie, die Königstochter aus dem edlen Hauſe Luſignan, einen Juden liebte — das Alles vermochte Clotildens Liebe nur noch anzureizen und zu vergrößern.
Als endlich— denn ihrem Sehnen erſchien der Verlauf der Zeit ein grauſam langſamer— als endlich die Nacht ihren Schleier über den ſchönen Gefilden der Provence ausgebreitet hatte, da eilte die liebende Jungfrau nach dem Fenſter und öff⸗ nete daſſelbe mit ſo ſtürmiſcher Haſt, daß man wohl folgern konnte, ſie habe den ganzen Tag über ſehnſüchtig dieſen Augenblick erwartet.
Liebreizend ſtützte ſich Clotilde auf die Brü⸗ ſtung des Fenſters.
Diana ſelbſt hätte neidiſch werden können auf das Elfenbein ihrer runden Arme.
Nephthalh hatte ſich pünktlich auf ſeinem Sitze eingefunden.


