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tans, der dem Schlachtfelde, um eine unglückliche Menſchheit zu täuſchen, die lügenhafte Benennung „Feld der Ehre!“ gab, als ob es Ehre und nicht vielmehr ſchauderhafte Sünde und befleckende Schande ſei, zu morden und zu ſengen, die Saat der Thränen überall auszuſtreuen, wohin man kommt.“
„Moneſtan,“ erinnerte der blinde König, „Euere Worte ſind zu hart. Der Krieg iſt eine Krankheit der Geſammtmaſſe der Menſchheit und zwar eine heilſame Krankheit; bisweilen iſt der Krieg ſogar gerecht. Sollte nicht ein König, den man ſeines Landes beraubt hat, daſſelbe wieder zu erobern ſuchen.“
„Nach menſchlicher Satzung— ja! nach chriſt⸗ licher— nein! Wer uns auf die rechte Backe ge⸗ ſchlagen, dem ſollen wir auch die linke hinreichen, hat Chriſtus geſagt.“
„Bei ſolchen Grundſätzen können unſre Staa⸗ ten nicht beſtehen,“ ſagte der Biſchof.„Und über⸗ dieß: wie würde die Erde alle Menſchen ernähren können, wenn nicht der Krieg bisweilen die Maſſen derſelben lichtete.“


