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Die Liebenden wurden von dem Geiſtlichen eines nahen Dorfes getraut und reiſten dann gemein⸗ ſchaftlich mit den Freunden nach Italien, wohin dieſe, und zwar für immer, zurückkehren wollten.
Edgar veranlaßte Lorenzo durch die Wärme und Herzlichkeit ſeiner Freundſchaft, was noch von Wilhelminens Bitten unterſtützt wurde, das Erbe, das dieſe nur ungern und widerſtrebend angenommen hatte, in Ella's Namen zurückzu⸗ nehmen.
Die Gräfin Bardenberg bedurfte es ja nicht mehr, und dem Künſtlerpaar gab es eine freiere und unabhängigere Stellung im Leben, und brachte es in die angenehme und ſorgenloſe Lage, die dem Künſtler, ſchon im Intereſſe der Kunſt, nie fehlen ſollte.—
Edgar kündete nach einer halbjährigen Reiſe ſeine Ankunft in Bardenberg mit der jungen Gräfin dem Abbé an.
Der gute, alte Herr traute kaum ſeinen Augen, als er Wilhelmine erkannte— und insgeheim dankte er Gott, daß die alte Erlaucht im Grabe ruhe, war aber durch Wilhelminens Liebenswürdig⸗ keit und den heiteren Sinn, den ſie in das ſtille


