Teil eines Werkes 
3. Band (1862)
Entstehung
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ſühnen könne? O, warum gab es Leonore dir hin, die Eidbrüchige! Ach, die Freundſchaft

hat mich hintergangen, wie die Liebe! Aber der

falſche Eid rächt ſich an dir, Leonore, in deinem eigenen Kind, in Wilhelmine, die du mir ver⸗ trauensvoll überließeſt, wie ich einſt Ella dir. Aber ich, ich brach keinen heiligen Eid, wie du, ich erfüllte meine Pflicht an ihr, der Undankbaren, die ohne meine Schuld dem Verderben zueilt. Sie iſt eine verlorene Seele und Ella? O, mein Gott, was wird aus ihr werden, oder ſchon geworden ſein, in deiner Schule, Rudolf? Doch ſtille, ſtille, wohin verlierſt du dich wie⸗ der, Hildegard! Hinweg, hinweg mit allen die⸗ ſen Gedanken! Faſſung und Ergebung er⸗ heiſcht der morgende Tag, an dem die Gräfin Maria Bardenberg dieſes Kloſter betritt, begleitet von Pater Eugenius, du darfſt keine Schwäche zeigen, Priorin Hildegard, kein Blick kein Wort. keine Bewegung den Aufruhr deines Innern ver⸗ rathen. 5 Sie umhüllte ihr Geſicht mit dem rauhen Schleier. Das Licht erloſch Wie eine Trauer⸗ geſtalt lehnts ſie eine Weile regungslos an dem

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