ſchon mir werden.— Warum auch die Verſpätung dieſer Nachricht!— Soll ich ſo ſchwer noch ge⸗ prüft werden, nach langen Jahren der Buße, der Demuth und— Erhebung zu Gott?— Daß ich ſo gar nicht in dieſes Geheimniß eindrang, nicht eine innere Stimme mir davon erzählte bei ihrem Anblick. Hat ſie denn ſo gar keine Aehn⸗ lichkeit mit ihm?—— Es iſt das ſchöne Blau ſeines Auges, das in dem ihren ſich wiederſpiegelt. doch ſein Blick iſt es nicht, ſein bezwingender Schlan⸗ genblick, mit dem er die Herzen ſtahl, nur das wunderbar leuchtende Blau iſt es, das auch ihr Auge ſo unwiderſtehlich macht, ihr ſanftes, from⸗ mes Auge; und ihr ſüßer Mund— ja, wenn er lächelt, ähnelt er dem ſeinen, aber ſein Mund, die⸗ ſer ſchöne Mund, lächelte ſo verführeriſch, und wenn er ſchmeichelte, und wenn er küßte, ah— welche Erinnerungen! o weg, weg damit!— Wohin verlierſt du dich, Priorin Hildegard?— Fort, fort mit ſolchen Empfindungen; der Satan lauert in ihnen Haſt du ſie denn nicht längſt alle begraben? — Sollen deine Sünden eine Auferſtehung halten mit ihren Qualen und ihrer Luſt?—— O mein
Gott, hab' Erbarmen, und löſche aus meinem Ge⸗


