Teil eines Werkes 
2. Band (1862)
Entstehung
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497 war, ſtolz und glücklich ſelbſt übermüthig im Gefühl ihrer Stellung, ihres innern Werthes. Dieſes, und daß ſie ſich mit ſo freier Miene eine Tochter des Grafen nannte, rief ein ſchärferes Urtheil über das muthmaßliche Liebesverhältniß hervor, als es ge⸗ wöhnlich ähnliche Verhältniſſe trifft; und als der Graf ſtarb, wurde ſie mit Geringſchätzung behan⸗ delt und ihr ſolche entehrende Anträge gemacht, daß ich es für gerathen fand, ſie aus Paris zu entfernen, und das um ſo mehr, da des Ster⸗ benden Entdeckungen ſie von allen ihren Him⸗ meln herabgeſtürzt und der Verzweiflung nahe gebracht hatten.

Aber ſie, Lorenzo ſie glaubten an Ella!

Ja, und zwar vom erſten Augenblick an. Es erging mir ganz eigen mit ihr; kaum war ſie einige Stunden meine Schülerin, als ich mich unwiderſtehlich zu ihr hingezogen fühlte, ohne eine Leidenſchaft für ſie zu empfinden. Ich war damals freilich ein ſchon etwas blaſirter Mann, und eben auf einem fatalen Punkt meines Lebens ange⸗ langt. Ich hatte mein ganzes Vermögen verloren und war zum erſtenmal darauf angewieſen, um Er⸗ werb zu arbeiten.