Teil eines Werkes 
2. Band (1862)
Entstehung
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Verhältniſſe lagen, ſehr begreiflich iſt, da, ſcheinbar wenigſtens, alle Schuld der Trennung den Grafen traf. Durch die Teſtamentsverfügung, zu der er ihren Vater beſtimmte, glaubte er die Zukunft dieſes Kindes geſichert und kümmerte ſich nicht weiter um daſſelbe. Ebenſo überließ er Ella den Erziehern, die er reichlich bezahlte Er ſah ſie erſt in ihrem vierzehnten Jahre wieder, und überraſcht von ihrer Schönheit, beſchloß er, ſie einſt ſelbſt in die Welt einzuführen, und hatte die Schwäche, als er zwei Jahre ſpäter dies that, ſie Ella von Bar⸗ denberg zu nennen, und ihr den Glauben zu laſſen, daß ſie ſeine rechtmäßige Tochter ſei. Damals lernte ich Ella kennen, und bald auch vernahm ich⸗ daß der Graf, unter dem Titel einer Tochter, ſeine junge Geliebte in den Kreiſen, die er beſuchte, ein⸗ führe. Man kannte ſeine ehelichen Verhältniſſe, und wußte, daß er nur eine Tochter beſaß, die bei der Mutter lebte Einige glaubten, daß Ella ſein natürliches Kind ſei, allein die Mehrzahl traute ihm nicht zu ein ſolches mit dem Glanze zu umgeben, wie es bei Ella geſchah, und lachte über eine Ver⸗ muthung, die dem frivolen Grafen freilich ſehr un⸗ ähnlich ſah. Ella, ahnungslos, zeigte ſich, wie ſie