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nicht geſondert.— Sie müſſen nun erkennen lernen, was ihrem eigenſten Weſen gehört, was dem an⸗ erzogenen, und erſt dann, Edgar, entſcheiden ſie mit Beſtimmtheit über ihr Leben.— Sie folgen jetzt dem Rufe einer Pflicht, die ihnen eine heilige erſcheint, doch prüfen ſie wohl, wenn ſie dem Weſen gegenüberſtehen, das ein anderer Wille an ihr Leben gekettet, hat, ob dieſe Kette ſie nicht allzuſchwer drückt, und es nicht räthlicher wäre, ſie mit kecker Hand zu zerreißen, als ſich ein ganzes Leben lang von ihr drücken zu laſſen. Ella iſt befangen von dem Andenken und den Todeskampf ihres Vaters und dem romantiſchen Intereſſe, das ſie für Aline empfindet; ſie möchte ſie deßhalb be⸗ ſtimmen, um jeden Preis das arme Opfer zu retten, daß ſie ſich in dem Kinde vorſtellt, deſſen Andenken der letzte Reueſeufzer eines Sterbenden galt, der zu ſpät die traurigen Folgen ſeines frivolen Lebens erkannte.“—
„Mein Oheim liebte wohl Ella, das Kind eines geliebten Weibes, mehr, als Aline?“ fragte der Graf.
„Das iſt ſchwer zu entſcheiden. Für Ella trug er Sorge, daß ſie eine glänzende Erziehung genoß.
Aline blieb ihrer Mutter überlaſſen, was, wie die 13*


