Teil eines Werkes 
2. Band (1862)
Entstehung
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Kloſter, und ſie entwarf dann immer ein ſo rüh⸗ rendes Bild von ihr, daß Edgar ſie oft ſcherzend unterbrach und meinte, ſie ſollte an ſeiner Stelle ſein er empfinde mehr Furcht als Freude bei dem Gedanken an dieſe Kloſterbraut und würde ſie gern den heiligen Mauern laſſen, wenn es nur einigermaßen mit ſeinen Verpflichtungen zu vereinbaren wäre. Eine ſolche Gewiſſenhaftigkeit in Betreff der Beſtimmungen längſt Verſtorbener widerſprach zwar Ella's Anſichten, dennoch aber wagte ſie hier nicht zu widerſprechen, da es Ru⸗ dolfs Tochter betraf, ein ihr durch deſſen Todes⸗ angſt geheiligtes Weſen. Das ſichtliche und tiefe Intereſſe, das ſie an ſeiner Verlobung nahm, be⸗ fren ete zuweilen Edgar, wie ihre Beziehungen zu ſeillem verſtorbenen Oheim. Daß dieſer ſeine letzten Lebensjahre mit einer jungen und ſchönen Geliebten in Paris zugebracht, hatte ihm der Abbé vertraut; eine peinliche Vermuthung lag nahe, doch er wies ſie zurück: Ella konnte ja unmöglich die Geliebte eines alten, frivolen Man⸗ nes geweſen ſein. Dennoch wünſchte er genauer von ihren Verhältniſſen unterrichtet zu ſein, und als ſie eines Abends ſo recht vertraulich plau⸗