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Lorenzo beobachtete Ella's Umgang mit Edgar. ſo weit es die Freiheit ihres beiderſeitigen Lebens zuließ, das keinerlei Bevormundung geſtattete. Doch auch ſein beobachtender Blick hätte Ella wohl nimmer abgehalten, Edgar zu bekennen, daß ſie ihn liebe, wenn dieſes Gefühl in ſeiner ganzen Macht bei ihm und ihr eingezogen wäre. Allein ſie blieben ſich ſelbſt zweifelhaft über ihre Empfindungen; auch ſtand Edgars Verlobte— die Tochter des Grafen Rudolf— zwiſchen ihnen, wie überhaupt ihre beiderſeitigen Lebensverhält⸗ niſſe, die ihnen nur eine geſetzloſe Vereinigung geſtattet hätten, ein Geheimniß für den Austauſch ihrer Gefühle, und ſo frei Ella auch über dieſen Punkt dachte, hatte ſie doch ſchon zu ſchmerzliche Erfahrungen machen müſſen, wie unheilvoll ge⸗ rade hier die Ueberhebung über Sitte und Geſetz in das Leben eingreife— um nicht ein geheimes Grauen davor zu empfinden, und dieſes Grauen durchdrang ſie jedesmal wie eine geſpenſtiſche Warnung, wenn ſie in aufgeregten Stunden an Edgars Seite ihr Herz ſtärker pochen, ihr Blut heißer wallen fühlte. Sich davor zu wahren, ſprach ſie viel mit ihm von ſeiner Braut im


