Teil eines Werkes 
2. Band (1862)
Entstehung
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Reize. Ein ſehr richtiges Gefühl ſagte ihm wäh⸗ rend der Schauſpiel⸗Vorſtellung: Nein, Moritz, das kannſt du nicht, und wenn die Wilhelmine durchaus dabei bleibt, laufen eure Wege aus⸗ einander. Er hätte ſie gern wieder auf Schloß 3 Bardenberg gehabt, aber das war eine unmög⸗

liche Sache geworden, fürchtete er ſich doch ſelbſt

vor der Rückkehr. Darum verlangte es ihn auch

ſo ſehr, die Stadt erſt genauer zu betrachten, und er kam endlich mit Eliſe dahin überein, daß man vorerſt ſeiner Mutter ſchreiben ſolle, er ſei wohl⸗ behalten bei der Tante angelangt, das Weitere, meinte er, würde ſich dann ſchon geben. Eliſe kam es gar nicht unwillkommen, den Vetter, der

einſt Verwalter zu Bardenberg werden ſollte, eeinige Zeit um ſich zu haben, aber Wilhelmine 3 mußte fort, ſie war eine zu gefährliche Rivalin

um die Liebe des hoffnungsvollen Verwalters⸗ ſohnes, und ſie beſchloß, ihre Freundin um jeden 1 Preis irgendwo anders unterzubringen. Sie be⸗ 2 rieth ſich mit ihrer Mutter deshalb, doch es war ſchwer, hier einen Ausweg zu finden, denn man konnte ſich doch mit der Theaterliebhaberei dieſes

zweideutigen Mädchens nicht weiter einlaſſen. Stein, Die Braut im Kloſter. II. 2 5