der es wirklich bange zu werden begann bei dem Gedanken an den Empfang in dieſem Hauſe. Sie hatte nun doch noch einen Freund, und noch dazu einen, der mit dem Theater ganz vertraut war.— Welche ſchöne Hoffnungen baute nicht gleich das junge Leben auf dieſen kleinen, gün⸗ ſtigen Schickſalswink! Er leuchtete ihr wahrhaft die dunkeln Treppen hinan, in das dritte Stock⸗ werk hinauf, wo die Tante wohnen ſollte.
„So rufe doch,“ drängte ſie ungeduldig, als Moritz zweifelte, ob ſie nicht gar ſchon die Region der Tante paſſirt hätten und den Weg wieder abwärts ſuchen müßten. Da hörten ſie eine ſchel⸗ tende Stimme:
„Wer rumort denn ſo ſpät in der Nacht noch da draußen herum?“
„Ach, Frau Tante, ſind ſie's?“ fragte Moritz halb froh, halb erſchrocken.
„Tante— Tante! Wer iſt denn da?“
Ein Lichtſtrahl zeigte ſich und beleuchtete alſo⸗ bald eine hagere Frauengeſtalt in ſehr unanſpre⸗ chendem Negligée.
„Ich bin's, Frau Tante! Moritz von Barde berg!“—


