helfen ſollte, gerade vor Beginn des Theaters eingetroffen, und ihr Begleiter mußte, ohne vor her die Verwandten aufzuſuchen, ſie in's Schau ſpielhaus führen. Es kam ihm nicht recht gelegen, allein Wilhelmine wollte es ſo, und er gehorchte, ſich damit tröſtend, daß man bei einer Tante auch noch nach dem Theater um Aufnahme bitten dürfe.— Das Stück ſelbſt ſprach ihn nicht beſon⸗ ders an, deſto mehr die ſchönen Augen, die ihn
firirten, und er begriff nicht, daß Wilhelmine ſo gar keine Aufmerkſamkeit dafür hatte, ja ihm deutlich zu verſtehen gab, er ſolle ſie mit ſeinen Bemerkungen verſchonen.— Seine Nähe wurde ihr mit jedem Augenblick läſtiger, denn ſeine Langeweile nahm von Akt zu Akt zu, dadurch ſein unruhiges Umherſehen und ſein Verlangen, ſich mit ihr zu unterhalten. Wilhelmine kam dadurch in eine peinliche Aufregung und erſtaunte
ſich, wie ſie nur eigentlich dazu gekommen, ſich
von dem Verwaltersſohn auf ihrer Flucht begleiten lſſen, wie ſie überhaupt ſeine Galanterien ſo nicht nur ertragen, ſondern ſelbſt ermuntert
und er auf Schloß Bardenberg ein faſt
licher Umgang für ſie geworden war.


