ſamkeit des graubärtigen Mannes theilte ſich zwiſchen dem Fortgang des Stücks und der jugendlichen Zuſchauerin, die dieſem mit ganz außergewöhn⸗ lichem Intereſſe folgte. In dem nachherigen Zwiſchenakte verſuchte er ein Geſpräch mit ihr anzuknüpfen, ſie gab jedoch nur kurze Antworten, als möge ſie durch nichts den Eindruck ſich ſtören laſſen, den die Vorſtellung auf ſie mache. Und o war es auch. Wilhelmine ſah zum erſtenmal ein Schauſpiel, und dieſe Schickſalstragödie, mit dem poetiſchen Schwung und Bilderreichthum ihrer Sprache und ihrem romantiſchen, wunderlich ver⸗ worrenen Stoff, der, kurz zuſammengedrängt, ge⸗ ſtaltenvoll vor ihrem Auge ſich entwickelte, riß ihre Seele mit ſich fort.
Die kleine Bühnenwelt, wie groß, wie herrlich
kam ſie ihr vor, und ihr Herz jubelte: ihr werde ich angehören, ſie wird die erſehnte Freiſtatt mir
werden, und in ihr werde ich all' das Glück finden,
das in meinen bunteſten Zukunftsträumen mir vorſchwebte.— 1
Sie war mit Moritz, der ſie als treuer wt
auf ihrer Flucht hieher begleitet hatte, um Bäschen Eliſe zu bringen, die ihr weiter


