Teil eines Werkes 
2. Band (1862)
Entstehung
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der Zeit lagen, hätte eine beſſere Richtung be⸗ kundet, wäre der eingeſchlagene Weg ein beſſerer geweſen, doch auchSchiller und Gvethe füllten das Schauſpielhaus nicht mehr, wie konnte man es bei gewöhnlicher Beſetzung von einem Müll⸗ nerſchen Stück anders erwarten. Selbſt die abon⸗ nirten Plätze ſah man theilweiſe leer, obgleich Amalie Rauck dieElvira ſpielte, und die leiden⸗ ſchaftliche Spanierin eine ihrer gelungenſten Dar⸗ ſtellungen war, auch ihre Perſönlichkeit ſich ganz beſonders für dieſe Rolle eignete. Und in der That, ſie war prachtvoll ſchön, wie ſie, an⸗ gelehnt an die Harfe, daſaß, trauernd um den verlorenen Seelenfrieden. Auch ſprach ſie ſehr ſchön, klangvoll, richtig; dennoch fehlte ihrem Tone jenes Etwas, das, aus tiefſter Seele kommend, die Seele mit unwiderſtehlicher Gewalt ergreift, jener Funke, der, wie ein Blitzſtrahl zündend trifft und das Genie bekundet. Amalie Rauck war ine talentvolle Schauſpielerin und eine ſchöne me, und ſie beſaß das Geſchick, ſich berühmt chen dazu die Klugheit, nicht allein mit

e ſondern auch mit ihrer Perſönlich⸗ bieterin vor und hinter den Couliſſen