zu ſein. Sie war die liebenswürdige Freundin der Recenſenten; alle möglichen Theaterblätter lagen in vielfachen Exemplaren bei ihr aufgehäuft, und in ihren angenehmen Zirkeln wußte ſie ſelbſt ihre Gegner zu verſöhnen, wie die jungen Drama⸗ tiker ſich zu verbinden, deren Stücke ſie zur Auf⸗ führung zu bringen verſprach, ſobald es die Ver⸗ hältniſſe des Theaters nur einigermaßen geſtatteten. Sie galt für eine Beſchützerin aufſtrebender Talente, und es debütirte manche Anfängerin, durch ſie prote⸗ girt. Allein ſie blieb ſtets der nicht zu verdunkelnde Stern und die geheime Beherrſcherin des Reper⸗ toirs wie der Rollen. Jede nur annähernde Rivalität wurde ſtolz und ſiegesgewiß von ihr zurückgewieſen. Ihre Stellung auf der oberſten Stufe des Theaterthrons ward nicht nur längſt
ſchweigend anerkannt, man fing bereits an, ihren
Herrſcherſtab zu fürchten, den eine unſichtbare Macht in ihrer ſchönen Hand feſthielt.— Blitzend fuhr ihr dunkler Blick, während die
Töne der Harfe, die ſie als Elvira im Arme hielt, melancholiſch verklangen, über den Zuſchauerraum
hin, und ein moquantes Lächeln verzog éinen Av blick ihren Mund, doch war dies nur vön


