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„Daß ſie noch nicht anweſend, ſpricht zu Gun⸗ ſten der äußeren Erſcheinung der jungen Gräfin; und verräth auch, daß ihre Verbindung mit Ed⸗ gar von der Mutter nicht gewünſcht wird.“
„Wie ſich dieſe Sache noch entwickeln mag!“
„Wir werden Edgar noch ſprechen, dann aber reiſen wir, nicht wahr, Ella?“
„Ja, Lorenzo, ja. Nach Rom,— dort wollen wir ihm wieder begegnen, nicht früher.— Unſern Aufenthalt in Mailand und Florenz kürzen wir möglichſt. In der ewigen Stadt, mit ihrer ewigen Pracht, werden wir alle dieſe Lebenswirrniſſe als eine viel leichtere Laſt anſchauen. Dort wollen wir dann beide knien vor ihrem Werke, und der Madonna danken, daß ſie uns eingeführt in die Weelt der Kunſt, die fortan die unſre ſein ſoll.
Nicht ſo, Lorenzo?“—
Er nickte zuſtimmend.
Sie erwarteten am Abend Edgar, doch er kam nicht, und etwas beunruhigt reiſte Ella am andern Morgen ab.—
In Mailand erreichte ſie ein Brief von ihm, worin er ihnen mittheilte, daß er nach Deutſch⸗
land zurückreiſen müſſe, um die Teſtamentsver⸗


