dazu öffnen wollte, ſtets wie eine Entheiligung der Gefühle vor, die jenes holde Weſen dem Gra⸗ fen eingeflößt haben mag.— Sie ſahen es nicht, wie er zu dem Heiligenbild aufſchaute?“
„Nein, ich ſah nur ſie, die fromme Beterin.“
„Und ſie werden ſie malen?“
„Wenn ſie es wünſchen, ja, als Madonna.— Und womit wollen ſie beginnen?“
„Vorerſt will ich von ihnen lernen— und dann, Freund, möchte ich es verſuchen, Edgars Braut zu malen, wie man ſie, die liebesſehnſüch⸗ tig an den beſtimmten Bräutigam denkt, in ein⸗ ſamer Zelle gefangen hält?— Graf Rudolf ſagte mir, er vermuthe, daß ſie in einer klöſterlichen Pen⸗ ſion erzogen werde, und er ſagte auch, die Teſta⸗ mentsbeſtimmung mache Edgar zum Erben ihres Vermögens, ſobald Umſtände eintreten würden, die eine Verbindung zwiſchen ihr und ihm un⸗ möglich machten, und nur dann, wenn Edgar— ohne Gründe, ganz freiwillig zurücktrete, und ſei⸗ nes Vaters letzten Willen nicht anerkenne, ſtehe es ſeiner Tochter zu, frei darüber zu verfügen.— Edgar darf nicht freiwillig zurücktreten, am wh ſtens, ehe er ſie geſehen.“—


