206
tem Alter ſchon ihre einzige Tochter einer Penſion
übergeben hatte, deren Erziehungsreſultate der Vater fürchtete und ſie durchkreuzen wollte, indem er ſeinen ſterbenden Bruder beſtimmte, ſie ſeinem Sohne zu verloben. Gräfin Maria hatte auf
den Brief von Sch Bardenberg, der ihr Ed ₰
gars Ankunft meldete, keine Antwort gegeben. Doch ſchrieb ſie mehtht Briefe gleich n und auch eine gewiſſe Unruhe zeigte ſich von da an in ihrem Weſen. Sie ſchloß einen lä mehr geöffneten Schreibpult auf un ſa lang vor Schriftſtücken, die ſie dur hlas und wie⸗ der durchlas. Dann kam auch eines Tages ein Beſuch: ein freundlicher Herr in ſchwarzem Kleide, und blieb, was ſchon öfter geſchehen, als Gaſt im Hauſe. Die Lebensweiſe veränderte ſich dadurch weſentlich; Küche und Keller thaten ſich weiter auf, und die Gräfin machte Spazierfahrten mit dem Gaſte und erging ſich auch öfter mit ihm im Freien. Sogar einige Veränderungen im Garten wurden gemacht. Diejenigen Diener, die den Gaſt noch nicht geſehen, waren verwundert darob, doch Anton, das greiſe Haupt, hielt alle neugierigen Fragen zurück. Er war der älteſte


