Teil eines Werkes 
1. Band (1862)
Entstehung
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ſo ward ſie denn immer wieder geduldet; doch geliebt wurde ſie nur von Manuela, die, von dem Augenblick an, wo Mutter Hildegard wie ſie allein die Priorin nennen durfte ihr geſagt: ſei gut mit ihr, ſpiele, lerne und bete mit ihr, ſich gleichſam berufen fühlte, ſie zu lieben und über ihr zu wachen.

War Wilhelmine böſe, ſagte ſich Manvela, das kommt von der Welt draußen, denn man hatte ſie gelehrt: dort herrſche allein die Sünde, und wahrhaft für den Himmel leben könne man nur im Kloſter. Sie faßte das leicht, denn ſie hatte weder einen richtigen Begriff von der Sünde, noch irgend einem Weltverhältniſſe. All ihr Wiſ⸗ ſen knüpfte ſich an den engen Raum, dem jede ihrer Erinnerungen angehörtén. Sie war in noch ſo zartem Alter einem Kloſter in Frankreich über⸗ geben worden, daß ſie ſich deſſen nicht bewußt war Dort blühte ſie, einer zurten Blume gleich, die kein anderes Sehnen kannte, als in einem um⸗ ſchloſſenen Garten emporzublühen. An ein mögli⸗ ches anderes Leben für ſich, dachte ſie niemals, man hielt dieſe Gedanken ihr auch fern, und da ſie Liebe fand, das Element ihres Seins, erwachten