Teil eines Werkes 
1. Band (1862)
Entstehung
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allein Alles drehte ſich im Kreiſe der Kloſterräum⸗ lichkeiten und um kleine Dinge. Das Bedeuten⸗ dere in und außer ihr ſuchte ſie möglichſt abzu⸗ ſchließen vor dem Blicke Anderer, und das Unent⸗ hüllte ihres Weſens ſpukte mitunter koboldartig durch die ſtillen Räume des Kloſters, das in ſeinem gleichmäßigen ſteten Gange morgen wie heute keine Erwartung, keine Spannung des Kommen⸗ den zuließ. Das langweilte Wilhelmine namen⸗ los und machte ſie erfinderiſch, mit liſtiger Ge⸗ wandtheit bald das Gebotene zu umgehen, bald Verbotenes auszuführen. Gelang es nicht, brach zuweilen ihr innerer Groll unaufhaltſam hervor und ſie war dann ſo erſchreckend heftig, ſo unbändig und leidenſchaftlich, daß die Frage durch das Klo⸗ ſter hallte:Warum wird ſie hier geduldet, die Ueberzählige, der kleine Satan, der nicht in das heilige Haus gehört? Manuela vermittelte dann immer wieder, auch bei der Priorin, die ſchon einige Male die Feder zur Hand genommen, Wil⸗ helminens Heimkehr von ihrer Mutter zu verlan⸗ gen. Sie, das ſanfte Mädchen, das Alle liebten, wußte ſtets den Sturm wieder zu beſchwichtigen,

den Wilhelmine über ſich heraufbeſchworen, und Stein, Die Braut im Kloſter I. 3