Teil eines Werkes 
1. Band (1862)
Entstehung
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nendes Wort, ihre ſichtliche Liebe, hielten Wilhel⸗ minens widerſtrebenden Geiſt im Zaume. Das zarte Kind übte mit ſeiner ſtillen Weiſe einen großen Einfluß auf Wilhelminens Thun und Laſſen aus, weniger auf ihre innere Natur, die ſich wohl zurückdrängen, aber nicht umwandeln ließ. Dadurch wurde ſie unwahr: ſie that das ihr Widerſtrebendſte oft mit ſcheinbarer Freude, von Manuela dazu ermuntert. Sie zu kränken, machte ihr Schmerz, darum unterließ ſie es, aber eben darum wurde auch Manvela nicht die Ver⸗ traute der innerſten Regungen ihrer Seele, ſie

war nur der holde Engel, den ſie lieben mußte,

ohne ſich ihm gerade geiſtig nahe verwandt zu fühlen. Noch gab ſie ſich darüber keine Rechenſchaft, es kam eben ſo und blieb ſo, vom erſten Tage an, der jener Nacht folgte, in der ſie ſo gerne Alles, Alles Manuela anvertraut hätte.

Doch fand ſie auch außer Manuela keine an⸗ dere Vertraute. Alle die jungen Mädchen, die kamen und gingen, ſtanden ihr viel ferner, als Jene, die ſie liebte. Sie theilte wohl hin und wieder kleine Geheimniſſe mit den Penſionärinnen, wozu beſonders das Leſen verbotener Bücher gehörte,