Teil eines Werkes 
1. Band (1862)
Entstehung
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Allein zur Ausführung dieſes Vorſatzes kam ſie nicht. Schweſter Beate wich nicht aus der Zelle, bis die beiden Mädchen feſt eingeſchlafen waren, und vergebens ſuchte Wilhelmine die er⸗ fahrene Hüterin zu täuſchen. Sie wartete mit Geduld den Zeitpunkt ab, wo der Schlaf ſeinen bezwingenden Kuß auf die verſtohlen blinzelnden Augenlider der bewachten Jugend drückte, und ihm jedes geheime Verlangen in ſüßen Schlum⸗ mer einwiege.

Auch Wilhelmine, trotzdem, daß ſie ſich feſt vorgenommen hatte, Beate zu täuſchen, fiel den⸗ noch in den umſtrickenden Arm des Schlafes, dem ſelten ein Vorſatz oder Verlangen des kindlichen Alters widerſteht, und ſtets Freude wie Leid von ihm umfangen läßt.

Wie vieles wollte Wilhelmine der ſchnell ge⸗ wonnenen Freundin erzählen! Manuela hatte ſie ja lieb, das empfand ſie ſchon, als dieſe die Hand ihr entgegenreichte, wurde ihr deutlicher beim Zu⸗ ſammenſitzen auf der Bank am Ofen, und zur Gewißheit, als Jene das ſtrafende Wort der Priorin mit flehendem Ton und Blick zurückhielt. Da war es ihr plötzlich, ſie müſſe ihr Alles mit⸗