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„Ich weiß nichts mehr, gar nichts, ich kann nicht erzählen.“
„Wilhelmine!—“ drohte die Priorin.
„Laß mich erzählen, gute Mutter,“ bat Ma⸗ nuela mit flehendem Blick auf die neue Pen⸗ ſionärin.
Und ſie erzählte mit kindlicher Anmuth, was die Nonne monoton vorgetragen, und Alle hörten ihr aufmerkſam zu; ſelbſt Thereſe kam die oft ge⸗ leſene Geſchichte, aus ihrem Munde anders vor; ihre Stimme hatte einen ſo lieblichen Klang, daß ſelbſt der Neid davor verſtummte, und alle die jungen Mädchen mit liebender Theilnahme auf das zarte Kind ſchauten, deſſen feines Geſicht von der innern Erregung roſig angehaucht, ſich in wunderbarer Schöne verklärte. Auch Wilhelmine folgte mit ſteigender Bewunderung Manvela's Er⸗ zählung, doch war es weniger der Inhalt dieſer, als das lichte Weſen Jener, was ſie ergriff; denn als ſie geendet, ſagte ſie zu ihr:
„Klang das Ende aus deinem Munde auch beſſer als aus dem der Frau Thereſe, weiß ich doch einen Schluß, der noch viel ſchöner iſt. Wenn wir ſchlafen gehen, erzähle ich ihn dir.“


