dem Schemel auf, ihn zurückſtoßend, ſo daß er hart an den maſſiven Fuß des Tiſches anprallte. „Sei nicht ſo heftig!“ gebot die Priorin. „Du haſt mich erſchreckt!“ ſagte Manuela, doch lächelte ſie dabei. „Ich will mit dir gehen,“ flüſterte Wilhel⸗ mine der neuen Geſpielin zu.
„So komm mit herab. Sie darf doch, Mutter
Hildegard? Frau Thereſe iſt im Arbeitszimmer,
den Penſionärinnen vorzuleſen.“ „So nimm ſie mit, Manuela, und ſei recht gut mit ihr,“ ſagte die Priorin und küßte ſie auf die Stirne. Dann legte ſie ihre Hand auf Wil⸗ helminens Schulter, daß der ſchmächtige Körper des Kindes ſich darunter beugte, und ermahnte
ſie, ja recht ſanft zu ſein und aufmerkſam der Vorleſung von Frau Thereſe zu folgen.
Wilhelmine, die ſchwer drückende Hand faſt ge⸗ waltſam abſchüttelnd, ſah mit einem lebhaften Blitzſtrahl ihres großen Auges auf, und dieſer
Blick machte die Priorin abermals phhhgen.— Sie winkte Beate, und dieſe entfernte ſich mit den
beiden kleinen Mädchen. „Jawohl, ein ſeltſames Kind, dieſes bleiche


