Teil eines Werkes 
1. Band (1862)
Entstehung
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emnpor und ſtrich darüber hin, als wolle ſie zu tief fallende Locken zurückwerfen. Aber nicht ſei⸗ denweiche Haare, der wollene Schleier war es, den ſie anfaßte und, als ſchmerze ſie dieſe rauhe Berührung, drückten ihre Züge eine heftige und bittere Empfindung aus, und ihre Schrift war in dieſem Augenblick keine klöſterliche mehr, doch ebenſo ſchnell, wie dieſe Chiffern, von an⸗ dern Dingen, als heiligen erzählend, ſich darauf gepreßt, erloſchen ſie wieder, und das Antlitz der Nonne war ſtill, ernſt und würdevoll wie zuvor. Sie überließ das Kind noch eine Weile ungeſtört ſeiner heftigen Erregung, und erſt als ſein Schluch⸗ zen in ſanfteres Weinen überging, beugte ſie ſich zu ihm hinab, und richtete es mit ſanfter Gewalt und liebreichen Worten empor.

Wilhelmine ſah ſie ſcheu, faſt furchtſam an, doch wurde ſie ruhiger. Die Priorin gab ihr ein Buch mit ſchönen Bildern, hieß ſie auf einen Schemel in die Helle der hängenden Lampeſich ſetzen und darin leſen, bis es Zeit zum Abendeſſen ſei. Sie ſelbſt nahm gleichfalls ein Buch zur Hand und wollte vielleicht in ſeinen Inhalt Gedanken ver⸗

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ſenken, die immer noch nicht ſo tief ruhen mochten,