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„Dieſes Kind kam, wie du weißt, erſt nach der Abreiſe meines Mannes zur Welt. Als er wiederkehrte, war es ein fremder, oft ſelbſt läſtiger Gegenſtand für ihn. Wilhelmine war kränklich, dadurch ein unerfreuliches Kind, das er lieber in der Kinderſtube, als um ſich haben mochte.— Ich, durch das geſellige Haus, das wir jetzt mach⸗ ten, und durch die Erziehung der ältern Tochter ſehr in Anſpruch genommen, mußte Wilhelmine fremden Händen überlaſſen. Das wirkte ungün⸗ ſtig auf die ohnedies nicht glücklichen Anlagen des Kindes ein, deſſen Zukunft mich anfing zu beäng⸗ ſtigen. Da drang dein Name nach langer Zeit zuin erſten Male wieder an mein Ohr: ein Zufall machte mich damit bekannt, daß du aus dem Kloſter in Frankreich als Priorin hieher verſetzt worden ſeieſt. Sogleich reifte der Entſchluß in mir, dich um Wilhelminens Aufnahme in dies klöſter⸗ liche Penſionat zu bitten und das Kind an dein Herz zu legen. Wie tief es mich ſchmerzte, daß
zwei Jahre hingehen mußten, ehe du meine Toch⸗
ter zu dir nahmſt, wirſt du begreifen, wenn nicht alle Erinnerungen an die Vergangenheit in dir erloſchen ſind.“
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