Das Kind gab keine Antwort und blieb dicht an der Thüre ſtehen, als die Frau, auf ein leiſes: Herein! ſie geöffnet und wieder hinter ihnen zugedrückt hatte.
Es war ein geräumiges Gemach, in das ſie eingetreten, hoch und ſtaublos bis zur äußerſten Reinheit, die Wände in matter Farbe gehalten, der Fußboden von blendender Weiße. Alterthüm⸗ liche, etwas ſchwerfällige Meuble ſtanden in höchſt geordneter Weiſe umher; in einer Ecke war ein
Betpult angebracht, mit einem Crueifir darauf, das künſtliche Blumen und Wachskerzen auf ſil⸗ bernen Leuchtern umgaben. In der Mitte des Gemaches befand ſich ein länglich⸗runder Tiſch, mit einer geſtreiften, wollenen Decke überdeckt, die mit den Ueberzügen der Seſſ el in Farbe und Muſter übereinſtimmte. Von einem derſelben erhob ſich beim Eintritt der Frau eine weibliche Geſtalt in dem Ordenskleide des Kloſters, das ein goldenes
Kreuz ſchmückte.
Sie neigte ihr Haupt ein wenig und bewill⸗ kommte die Eingetretene mit einem frommen Gruße Der T Ton, in dem ſie ihn ausſprach, war vollkommen ruhig und hatte keinen andern Klang, als den der Andacht.*


