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Abend-Erheiterungen : kleine Romane, Erzählungen und Schwänke / von Karl Stein
Entstehung
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trug, ſchanderte, aber der Freier, der eine er⸗

4 Meeresfluthen ſtuͤrzen, dann nach Europa ſegeln, um die Ungetreue zu todten; aber ein gewiſſer Leichtſinn, der ihm in der großen Welt angebil⸗ det war, hielt ihn von dieſem und jenem zuruͤck. Sein Vetter Toby nußte beſſeren Rath; er rieth dem Schwermuͤthigen Zerſtreuung und Er⸗ ſatz zu ſuchen, und ward ſein Fuͤhrer; in den Ar⸗ men einer ſchoͤnen Sklavin ſollte er geneſen vom Liebesweh, und Edwin ſuchte endlich dort die Heilung. Ein Verſuch des alten Dittmar, ihn mit der Tochter eines reichen Pflanzers zu vermaͤhlen, ſchlug indeſſen gaͤnzlich fehl; der Juͤngling erklaͤrte: er werde nie ein Weib neh⸗ men, das er nicht liebe; und dabei blieb es. Unterdeſſen ward Hermine faſt ihres Grames Beute. Ihren Zuftand zu verbergen und ihre Niederkunft zu erwarten, reiſete ſie zu der Schwe⸗

ſter ihres Vaters, die im ſuͤdlichen Deutſchlande

auf einem einſamen Landgute wohnte, und ge⸗ bar in dieſer Abgeſchiedenheit eine Tochter, von

deren Daſeyn Niemand wußte, als die Tante.

Bei ihrer Ruͤckkehr nach Wien, wo keine Seele

ihre Mutterſchaft ahnte, fand ſich ein Gelehrter aus Nord⸗Deutſchland, der um ſie warb. Her⸗

mine, die noch immer Edwins Bild im Herzen