Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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unerwartet, Herr Baumeiſter, daß ich wirklich nicht weiß, was ich Ihnen entgegnen ſoll, antwortete die Mutter.Emilie iſt brav und gut erzogen, denn wir waren nicht immer in ſolcher traurigen Lage wie jetzt; ich möchte ſie lieber todt als ohne Ehre wiſſen. Deshalb verzeihen Sie mir, wenn ich frage, woher Ihr Intereſſe für meine Tochter kommt.

Ich habe Ihnen bereits geſagt, daß ich mich durch die Unſchuld in dem Weſen Ihrer Tochter an⸗ gezogen fühlte, und daß ich beſchloſſen, ſie aus ihrer gegenwärtigen Stellung zu befreien. Finden Sie dies unnatürlich, ſo habe ich nichts mehr zu erwidern, ſprach Arthur, ein wenig ungeduldig werdend.

Nein, gewiß nicht, ich ehre die Menſchenliebe ſehr, aber Sie vérzeihen mir wohl gütigſt meine Bedenken; ich bin im Leben oft auf arge Enttäuſchungen geſtoßen, daher dieſe Scrupel. Herzlich gern erbitte ich Ihre gütige Verwendung für meine Tochter, wenn Sie es redlich meinen, woran ich jetzt nicht mehr zweifle. Und damit Sie wiſſen, auf welche Weiſe wir in die Lage gekommen ſind, in der Sie uns treffen, ſo erlauben Sie mir wohl, daß ich Ihnen in aller Kürze eine Ueberſicht meiner letzten Erlebniſſe gebe.

Arthur wußte nichts zu entgegnen, das ganze Be⸗ nehmen der kranken Dame imponirte ihm, er begriff

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